Ein Gerät, das im Betrieb hängt, hat einen anderen Alltag als der Rechner auf Ihrem Schreibtisch. Es läuft rund um die Uhr. Es hat oft keine Tastatur. Es sitzt an der Wand, in der Halle, im Kühlhaus oder am Tor, wo es zieht und staubt. Und vor allem: Es steht niemand davor, der es neu startet, wenn es sich aufhängt.
Wer Hardware für solche Orte baut, merkt schnell, dass die schwierigen Fragen nicht in der Funktion liegen. Die Funktion ist meist in zwei Wochen gebaut. Die restlichen Monate gehen für das drauf, was passiert, wenn etwas schiefgeht.
Das Netz ist nicht da, wenn man es braucht
WLAN in einer Produktionshalle ist eine Fiktion, die auf Netzplänen sehr überzeugend aussieht. In der Realität steht ein Stapel Blech zwischen Zugangspunkt und Gerät, ein Stapler fährt vorbei, und die Verbindung ist für vierzig Sekunden weg. Ein Terminal, das in diesem Moment eine Fehlermeldung zeigt und den Mitarbeiter stehen lässt, ist wertlos.
Das Gerät muss also ohne Netz weiterarbeiten. Buchungen, Scans, Zeiten: alles wird lokal angenommen, lokal gespeichert und später nachgereicht, sobald die Verbindung zurück ist. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist in Wahrheit die härteste Anforderung im ganzen Projekt, weil man sich damit sofort Fragen einhandelt, die man lieber nicht hätte. Was gilt, wenn zwei Geräte offline dieselbe Palette gebucht haben?
Fernwartung ist kein Extra
Sobald mehr als drei Geräte draußen sind, entscheidet die Aktualisierbarkeit über alles. Ein Gerät, das jemand vor Ort mit einem USB-Stick anfassen muss, ist ein Prototyp, auch wenn es aussieht wie ein Produkt. Bei dreißig Geräten an sechs Standorten ist das ein Reisekostenproblem. Bei dreihundert ist es das Ende des Geschäftsmodells.
Ein Update aus der Ferne gehört deshalb von Anfang an hinein, und zwar so, dass es auch dann noch trägt, wenn das Update selbst fehlerhaft war. Ein Gerät, das sich beim Aktualisieren zerlegt und danach nicht mehr erreichbar ist, ist ein Ziegelstein an der Wand. Zwei Systemabbilder und ein automatischer Rückfall auf das alte, wenn das neue nicht sauber startet: nicht elegant, aber es rettet Wochenenden.
Nach dem Stromausfall von allein hochkommen
Strom fällt aus. In der Halle fliegt eine Sicherung, jemand zieht am falschen Stecker, nachts kommt die Reinigung. Danach muss das Gerät von selbst wieder da sein, mit der richtigen Anwendung im Vollbild, angemeldet, ohne Mauszeiger, ohne Anmeldemaske und ohne dass ein Systemdienst eine Meldung ins Bild schiebt.
Das ist unspektakuläre Arbeit. Sie entscheidet aber darüber, ob die Belegschaft dem Ding vertraut. Ein Terminal, das nach jedem Stromausfall angefasst werden muss, wird innerhalb eines Monats umgangen, und dann wird wieder auf Papier gebucht.
Bedienung, die niemand lernen muss
Das Gerät darf niemanden zwingen, es zu bedienen. Wer mit Handschuhen arbeitet und eine Palette vor sich hat, hat keine Hand frei für ein Menü mit vier Ebenen. Scannen, ein großes Feld antippen, fertig. Ist der Bildschirm zu klein oder die Schaltfläche zu fein, wird das Gerät nicht falsch bedient, sondern gar nicht.
Wir bauen solche Geräte in unserem IoT-Research-Labor im Tegernseer Tal, meist in kleinen Stückzahlen und für einen konkreten Zweck. Was dabei jedes Mal auffällt: Die Anforderungen an die Elektronik sind fast immer bescheiden. Die Anforderungen an das Verhalten im Fehlerfall sind es nie. Mehr dazu unter IoT.
Häufige Fragen
Lohnt sich eigene Hardware, oder tut es ein Tablet?
Für einen Test tut es ein Tablet. Im Dauerbetrieb scheitert es meist am Akku, an der Halterung und daran, dass es sich nicht zentral sperren und aktualisieren lässt. Wo Sie ein Gerät einschalten und dann vergessen wollen, lohnt sich eigene Hardware.
Wie klein darf eine Serie sein?
Kleinserien im zweistelligen Bereich sind machbar. Der Aufwand steckt ohnehin in der Software und im Aufbau, nicht in der Stückzahl.
Was passiert, wenn ein Bauteil nicht mehr lieferbar ist?
Genau deshalb halten wir uns bei den Bauteilen an das, was breit verfügbar ist, und legen die Software so aus, dass sie einen Wechsel übersteht.
Wenn Sie ein Gerät im Kopf haben, das im Betrieb bestehen muss, schauen wir uns die Bedingungen vor Ort an, unverbindlich und ohne Verkaufsdruck.
Mehr zu unserer Arbeit an Geräten und Kleinserien: Auftragsentwicklung Hardware.